Niko Tinbergen
Eskimoland
Ein Bericht aus der Arktis
Mit einem Nachwort von Verena Traeger und Peter Schweitzer
Aus dem Niederländischen von Gerd Busse und Ulrich Faure

Am 14. Juli 1932 bricht der Verhaltensforscher Niko Tinbergen mit seiner Frau Lies zu einer 14-monatigen Forschungsreise an die Ostküste Grönlands auf. Das Paar lebt mit den Inuit in Fellzelten, beide erlernen deren Sprache und erleben das ursprüngliche Leben von Menschen und Tieren in einer Landschaft, die acht Monate des Jahres von Schnee, Eis und unerbittlicher Kälte geprägt ist. Das sehr persönliche, beeindruckende Expeditionstagebuch des Nobelpreisträgers wurde 1934 in den Niederlanden verlegt und erst 2017 wiederentdeckt.

Wenn sich die Berghänge entlang des Torssukátaq-Fjords bronzegrün färben, das Hornkraut in Kûngmiut wie ein großes, reinweißes Feld in Blüte steht und das Rauschen der zahllosen Schmelzbäche wie ein mächtiges Konzert durch die Täler hallt, ist an der grönländischen Ostküste der Sommer gekommen. Doch vor dem Sommer durchlebt das Forscherehepaar Tinbergen einen außergewöhnlich langen Winter, in dem sie viele Angewohnheiten der Inuit übernehmen, weil sie lebenserhaltend sind. Zum Beispiel wäscht sich dort im Winter niemand, weil das eigene Hautfett eines der wertvollsten Besitztümer ist: Es schützt die Haut vor Salzkristallen und Erfrierungen. Je hermetischer das Storis, das Polareis, die Lebensbereiche der Inuit von der Außenwelt abschließt, um so mehr ist dieses Volk, das alles zum Leben Notwendige selbst herstellt, auf die perfekte Beherrschung verschiedenster Techniken von Robben- und Eisbärjagd sowie Lachs- und Angmassatfang angewiesen. All das dokumentiert Niko Tinbergen in anschaulichen Berichten, die sich wie Erzählungen lesen und viele überlieferte Geschichten der Inuit miteinschließen.

Der unerschütterliche Humor des Autors, der sich in keinster Weise als überheblicher Europäer zeigt, seine genauen Beobachtungen und lebendigen Schilderungen von Sitten und Leben der Inuit, aber auch von der überwältigenden Natur machen das Reisetagebuch zu einem großen Lesegenuss. Und dann auch noch diese Fülle an faszinierenden und sprechenden Augenblickaufnahmen!

C.H.Beck
Hardcover: 240 Seiten, 67 Abbildungen, ca € 22,-


DAS IST DRIN
ein Jahr bei den Inuit
faszinierende Beobachtungen
literarische Sprache,
beeindruckende Fotografien
 
 
 

AUTOR/IN
Biographie