Edward Carey
Das außergewöhnliche Leben
eines Dienstmädchens namens Petite,
besser bekannt als Madame Tussaud

Roman
Illustriert von Edward Carey
Aus dem Englischen von Cornelius Hartz

Zwischen Spateln, Glätthölzern und Polierfeilen wächst die winzige Marie im Atelier von Dr. Philipp Curtius in Bern auf. Als der Wachsbildner die Stadt verlassen muss, um seinen Schulden zu entkommen, beginnt für ihn und das achtjährige Waisenmädchen eine aufregende Zeit und ein neues Leben in Paris. In der Form eines fiktiven Tagebuchs, von Marie höchst selbst verfasst und mit Kohlezeichnungen illustriert, erzählt Edward Carey das unglaubliche Leben der Frau, die später als Madame Tussaud berühmt werden soll. Absolut filmreif!

Man schreibt das Jahr 1769, als sich Dr. Philipp Curtius, an seiner Seite die kleine Marie, in der Kutsche dem riesigen Nebel aus schmutzigem Gelb am Horizont nähern. In diesem Geschwür, das zum Himmel stinkt, und dessen Straßen und Plätze schon vor der Revolution von einem Lärm erfüllt sind, der seinesgleichen sucht, wollen der Doktor und Marie ihr Glück machen; Paris zeigt sich von ihrer Ankunft jedoch vollkommen unbeeindruckt. Mit der strengen Witwe Picot und deren stillen Sohn Edmond beziehen der Wachsbildner und Marie, inzwischen zur Magd degradiert, Quartier in einem ehemaligen Affenhaus. Das Holzhaus im Boulevard du Temple entwickelt sich bald zu einem Wachsfigurenkabinett mit geschäftigstem Atelier. Franz Anton Mesmer kann man dort in Wachs bewundern, Doktor Benjamin Franklin auch – und Voltaires Kopf, nach seinem Tod.
Maries Neugier, aber auch ihre Begabung genau hinzusehen, wahrzunehmen, zu zeichnen und abzubilden, ist unerschöpflich. Als sie mit siebzehn Jahren von Élisabeth, der Enkelin des französischen Königs Louis XV., als Gespielin an den Hof von Versailles bestellt wird, ist dies zunächst Maries Rettung vor dem Hass der Witwe Picot. Doch schon bald schreibt die Revolution in Paris Geschichte und fordert ihren Tribut: Das Volk will Köpfe sehen. Fast noch lieber als die von der Guillotine abgeschlagenen blutigen echten deren Nachbildungen aus Wachs vom Meister und seiner Schülerin Marie.

Jede Szene, die Edward Carey im Namen von Marie in Worte fasst, ist ebenso perfekt und lebensecht gestaltet wie die Modelle, die unter ihren Händen entstehen. Man riecht den Gestank des Molochs Paris, sieht seine verstopften Straßen. Und man spürt die unbändige Kraft des Volkes und hört die Schreie nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Careys Roman ist ebenso sehr ein Zeitgemälde der Französischen Revolution wie die sagenhafte Geschichte der Maria Grosholtz, heute weltweit bekannt unter dem Namen Madame Tussaud.

C.H.Beck
Hardcover: 492 Seiten, zahlreiche Illustrationen, ca. € 24,-


DAS IST DRIN
wahrhaft ein
abenteuerliches Leben
in unvergesslichen Bildern
prallvoll, mitreißend,
ein Leserausch
 
 
 

AUTOR/IN
Biographie