Renate Feyl
Die unerlässliche Bedingung des Glücks
Roman

Als im Berlin des Jahres 1845 Empörtsein zum neuen Umgangston gehört, begegnen sich Gräfin Sophie von Hatzfeldt und Ferdinand Lassalle, Student der Philosophie, auf einer von Graf Keyserling gegebenen Gesellschaft. Für Lassalle ist es Liebe auf den ersten Blick, doch was sich in dem nächsten Jahrzehnt und darüber hinaus zwischen diesen beiden außergewöhnlichen Menschen abspielen wird, ist bedeutend mehr als die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe. Es ist ein Teil der Geschichte der Grundsteinlegung der Sozialdemokratie.

Sophie von Hatzfeldt hat den reichsten Mann im deutschsprachigen Raum zum Gatten, aber auch den größten Teufel. Für Edmund von Hatzfeldt zählt jedes Pferd in seinem Stall mehr als seine Ehefrau, der Gewalttätige macht ihr die Kinder eins nach dem anderen mit Geld abspenstig und stattet eine Geliebte nach der anderen großzügig aus – mit dem gemeinsamen Vermögen.
Schon lange hat die Gräfin Scheidungspläne, doch es findet sich kein Anwalt, der sie gegen den mächtigen Kammerherrn zu verteidigen wagt. Der zwanzig Jahre jüngere Lassalle seinerseits ist gerade von einem Besuch bei Heinrich Heine in Paris zurückgekehrt, ein zukünftiger Gelehrter von hohem Rang, der auf der Klaviatur der Presse zu spielen und öffentlich zu reden weiß wie kein Zweiter. Er bietet der Gräfin im Scheidungsprozess seine Hilfe an und so beginnt eine intensive Geschichte zweier Seelenverwandter, die mit ihren unterschiedlichen Temperamenten und gesellschaftlichen Möglichkeiten für die Arbeiterklasse und die Gleichstellung von Mann und Frau kämpfen.

Renate Feyl entfacht in ihrem neuen Roman ein sprachliches Feuerwerk, in dem die Zeichen der Zeit, aber auch die Zwistigkeiten, die Zuneigungs-, Eifersuchts- und Solidaritätsanfälle dieses ungleichen Paares so deutlich vor Augen treten, als sei man mit am Kamin gesessen, wo die beiden ihre Zigarre zu rauchen und lange nächtliche Gespräche zu führen pflegten. Ein Stück deutsche Geschichte in einem berauschenden Roman.

Kiepenheuer & Witsch
Hardcover: 432 Seiten, ca. € 24,-


DAS IST DRIN
ein ungleiches Paar
mit revolutionären Ideen
im Zentrum der
Berliner Gesellschaft
fesselnd, poetisch,
eine grandiose Zeitreise