e.o. plauen
Vater und Sohn
150 Bildergeschichten
Mit einem Nachwort von Elke Schulze

Wer kennt sie nicht, die mit spitzbübischem Humor gezeichneten Geschichten von Vater und Sohn. Weniger bekannt ist schon, dass sich hinter dem Künstlernamen e.o. plauen Erich Ohser aus Plauen verbirgt, und die allerwenigsten wissen, dass diese unpolitischen Zeichnungen erst entstanden, nachdem die Nationalsozialisten 1933 Erich Kästners Frühwerk samt seiner von Ohser illustrierten Lyrik verbrannt hatten.

Man sieht die Bildgeschichten gleich mit anderen Augen, wenn man weiß, dass ihr Urheber vor dem Dritten Reich politisch als Sozialdemokrat aktiv war und seine – durchaus auch politischen – Karikaturen unter seinem Geburtsnamen Ohser in der Volkszeitung für das Vogtland, später auch in der Neuen Leipziger Zeitung und im Sächsischen Volksblatt Zwickau veröffentlicht wurden. Eng befreundet mit Erich Kästner und dem Cheflektor der Berliner Büchergilde Gutenberg, Erich Knauf, wird schließlich ein 1944 auf Knaufs Berliner Grundstück geführtes politisches Gespräch Knauf und Ohser zum Verhängnis: Die Nachbarn, Hauptmann Bruno Schulz und dessen Ehefrau Margarete, denunzieren die Männer wegen regimefeindlicher Äußerungen. Am 28. März werden sie von der Gestapo verhaftet. Ohser nimmt sich in der Nacht vom 5. auf den 6. April in der Untersuchungshaftanstalt Berlin Alt-Moabit das Leben, Knauf, von Freisler zum Tod verurteilt, wird am 2. Mai im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

Das und vieles mehr erfährt man in dem Nachwort von Elke Schulze, die seit 2011 im Vorstand der Erich-Ohser – e.o. plauen Stiftung in Plauen ist und den künstlerischen Nachlass betreut. Es lohnt sich, hier noch einmal genauer nachzulesen.

Reclam
Hardcover: 188 Seiten, ca. € 16,95
E-Book: ca. € 14,99

 
DAS IST DRIN
unpolitische Zeichnungen
aufschlussreiches Nachwort
verschmitzter Humor