Arthur Conan Doyle
»Heute dreimal ins Polarmeer gefallen«
Tagebuch einer arktischen Reise
Herausgegeben von Jon Lellenberg und Daniel Stashower
Aus dem Englischen übersetzt und erweitert von Alexander Pechmann

Vielleicht hätte es Sherlock Holmes nie gegeben, wenn Arthur Conan Doyle den Erwartungen seiner Mutter entsprochen und das Medizinstudium zügig beendet hätte. Aber er nimmt 1880 das unerwartete Angebot an, für ein halbes Jahr als bezahlter Schiffsarzt auf einem Arktis-Walfänger anzuheuern. In diesem halben Jahr auf dem Walfänger »Hope« – das kann man an seinen Logbucheinträgen wunderbar beobachten - entwickelt Doyle seinen geschliffenen, knappen und präzisen Stil, diese Mischung aus humorvollem, unterhaltendem, spannendem Erzählen, gewürzt mit dem ihm eigenen Humor, mit Schlagfertigkeit und Esprit.

Doyle schreibt über die 56-köpfige Crew, bei der er sich von Anfang an einen guten Ruf sichert, indem er dem Stewart beim Boxen ein blaues Auge verpasst, von dem Kameraden Milne, dessen Tod auf hoher See er nicht verhindern kann; von den täglichen Quoten der Robbenjagd, von »brutaler Arbeit« und »blutiger Ernte«, von Stürmen, Flauten, dem misslungenen Präparierversuch eines abgeschossenen Falken, von Meteoriten, die der Kapitän ins Meer fallen sieht, von Tabaksbeuteln, genäht aus gesäuberten Robbenflossen.
Es ist ein unglaublich reiches Buch, weil es nicht nur die Logbucheinträge und Briefe Doyles enthält, sondern außerdem noch die Einleitung der Herausgeber, aus der man erfährt, wie der 2O-jährige Medizinstudent zu diesem Abenteuer kam und welches Leben er vor dieser Reise geführt hatte, einen 50-seitigen Faksimileauszug mit Doyles Zeichnungen, einen Essay der Herausgeber, der deutlich macht, was dieses halbe Jahr für Doyles weiteres Leben bedeutet hat, mehrere Schriften Doyles über die Arktis, seine Lebenschronik und einen Essay des Übersetzer zu Doyles zoologischer Liste der arktischen Tierwelt.

Bleibt zu erwähnen, dass die Edition des 130 Jahre verschollenen Reiseberichtes ein außergewöhnlich schön gestalteter Band ist – vom Schuber geschützt, in rotes Leinen gebunden, auf dem Vorsatz eine Karte mit der Route der »Hope« sowie eine Skizze des Arktis-Walfängers und, absolut beeindruckend, der Faksimile-Auszug der illustrierten Tagebuchseiten.

mare
Hardcover: 336 S., mit Illustrationen und Faksimiles, Leinenband mit Lesebändchen im Schuber, ca. € 28,-

 
DAS IST DRIN
spannendes Reisetagebuch
Faksimiles von Zeichnungen und handschriftlichen Einträgen
bibliophile Kostbarkeit
 
 

AUTOR/IN
Biographie