MichaelEnde / Wieland Freund
Rodrigo Raubein
und Knirps sein Knappe
Mit Bildern von Regina Kehn

Sie kennen »Die unendliche Geschichte«? Oder »Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer«? Zwei Jahre nach dem Tod des Autors dieser phantasievollen Kinderbücher schaute Michael Endes Lektor Roman Hacke dessen gesammelte Unterlagen – Schuhkartons, Postkisten und Mappen – durch und fand drei fein säuberlich abgetippte Kapitel: den Beginn dieser Geschichte. Wieland Freund hat nun die Erzählfäden der drei Kapitel aufgenommen und in einem herrlich gegen den Strich gebürsteten Abenteuer- und Ritterroman weitererzählt, in dem nichts so ist, wie es sein sollte und trotzdem am Ende alles gut wird.

Rodrigo Raubein hat den Ruf, der schlimmste und grausamste aller Raubritter zu sein. Deshalb macht sich Knirps – Verzeihung! Der Junge heißt eigentlich Hastrubel Anaximander Chrysostomos, aber so nennt ihn keiner – auf die Suche nach Rodrigos Schauderburg. Er will nämlich auch Raubritter werden. Natürlich gegen den Willen seiner Eltern, Papa und Mama Dick, die mit einem Marionettenpuppentheater durch die Lande ziehen. Bei der Mutprobe, die Raubein seinem künftigen Knappen Knirps abverlangt, raubt dieser schlicht und einfach die nächste Prinzessin, die in ihrer Kutsche an ihm vorbeifährt: Filippa Annegunde Rosa, kurz Flip, gerade auf dem Weg zu ihrem Onkel, König Kilian dem Letzten. Sie ist in etwa so alt wie Knirps und nicht auf den Mund gefallen. Die Idee der Entführung stammt übrigens von ihr. Entführte und Entführer werden ziemlich schnell ziemlich gute Freunde.
Jetzt könnte man meinen, die Geschichte käme schon bald zu ihrem Ende, aber in so einen richtigen Ritterroman gehören schließlich noch ein Zauberer und wenigstens ein Drache. Die jedenfalls baumeln bei Papa und Mama Dick als Marionetten auch von der Decke ihres Wagens. Und deshalb kommen sie in dieser Geschichte auch vor. Die beiden sind ziemlich gefährlich, denn sie haben es tatsächlich auf die Prinzessin abgesehen.

Warum Knirps aus Versehen zum Verräter wird und wie Sokrates, der Hauspapagei der Familie Dick, der ein wenig orientierungslos durch die Geschichte fliegt, zusammen mit Hofmedicus Padrubel dennoch ein gutes Ende für die Geschichte findet, das wird hier nicht verraten. Aber im letzten Kapitel tut fast jeder, was er will, und das ist doch das beste Ende, das man sich für eine Geschichte ausdenken kann, oder?

Thienemann
Hardcover: 208 Seiten, durchgehend farbig illustriert, ca. € 17,-
E-Book: ca. € 12,99


DAS IST DRIN
eine ungewöhnliche
Rittergeschichte
zum Vorlesen
oder selbst lesen
spannend,
toll illustriert
und herrlich
doppelbödig