Marlene Fritsch/Volker Konrad
Der Tag, an dem Paul wieder bunt wurde
Ab 5 Jahre

Paul darf endlich mal wieder ein paar Tage bei seiner Oma verbringen. Die beiden haben am Abend alte Alben mit Schwarz-Weiß-Fotos angeschaut. Und am nächsten Morgen fragt Paul seine Oma, wann sie eigentlich bunt geworden ist. Oma muss lachen, aber dann kommt sie ins Nachdenken und die beiden machen gemeinsam eine tolle Entdeckung.

Trotz der bunten Fotos, die man heute machen kann, denken viele Leute nämlich immer noch schwarz-weiß. Paul versteht zuerst nicht, was Oma damit meint. Aber als sie gemeinsam in die Stadt gehen, hört er im Bus und auf der Straße so Sachen wie »Vor Ausländern muss man Angst haben« oder »Früher war alles besser« – und die Menschen, die so reden, entfärben sich plötzlich in seinen und Omas Augen und werden schwarz-weiß. So was würde ihm nie passieren, meint Paul: so zu reden und Dinge zu sagen, bevor man selber überlegt hat. Aber dann treffen seine Oma und er in der Stadt Leonie, Pauls Klassenkameradin im Fußballtrikot. Und als Leonie in den Bus gestiegen ist, sagt Paul zu Oma: »Aber Fußball - ganz ehrlich, was die da spielen, ist doch kein Fußball! Das ist Rumgekicke für Mädchen. Aber richtig Sport ist das doch nur, wenn's die Jungs machen.« Und noch während Paul so redet, wird er schwarz-weiß.

Wie Paul dann wieder bunt wird, und was er alles mit Oma herausfindet – warum Menschen so reden und wie man es vermeiden kann, selbst in die Schwarz-Weiß-Falle zu tappen – das soll jetzt hier nicht alles erzählt werden. Nur so viel: Es kommt eine Menge an wertvollen Erkenntnissen dabei raus und die sind für Kinder verständlich und pädagogisch erfreulich unaufdringlich präsentiert.

Patmos Verlag
Hardcover: 30 Seiten, ca. € 12,99


DAS IST DRIN
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