Garry Disher
Hope Hill Drive
Kriminalroman
Aus dem Englischen von Peter Torberg

Ein vermisster Hund, eine ewig Betrunkene, die ihren Wagen im Eingang vom Pub zum Stehen bringt, Jugendliche, die sich einen alten Pick-up unter den Nagel reißen – Constable Paul Hirschhausen hat es in ein ganz normales Kaff im australischen Outback verschlagen. Bis zu der Nacht, in der auf Nan Washburns Farm drei Ponys abgestochen werden. Wenig später verschwinden zwei Schwestern spurlos ...

Hirschhausens Grundhaltung ist ein freundliches Okay, sein Pech der Filz, in den er an seiner ehemaligen CIB-Dienststelle ohne eigenes Zutun verstrickt gewesen ist. Die Versetzung nach Tiverton ist als Strafe gemeint, aber auch hier findet der unaufgeregte Hirsch bei jedem Delikt eine menschenfreundliche Art, mit den Bewohnern der Kleinstadt umzugehen. Egal, ob es um die Mutter geht, die ihr Kleinkind in einem überhitzten Auto zurückgelassen hat, den Musterbürger, der schon vor Hirschhausens Eintreffen weiß, was zu tun ist, oder die Jungs, denen nichts Besseres einfällt als mit einem geklauten Pick-up die Gegend unsicher zu machen. Aber müsste Hirschhausen in der ihm anvertrauten Kleinstadt nicht viel strenger durchgreifen? Hätte er das Pferdemassaker und das Verschwinden der Mädchen verhindern können?

Hope Hill Drive, die Adresse existiert zwar, ist aber Hirschs erste Spur ins Nichts, noch nicht mal ein Quäntchen Hoffnung ist dort zu finden. Die verkörpert, wenn überhaupt, der gelassene Hirschhausen selbst, einer der wenigen Polizisten in einem guten Krimi, dem tatsächlich die Knochen wehtun, wenn er zusammengeschlagen wird. Hier ist keine Action überzogen und die Bilder sind so echt, dass man den roten Staub zu schmecken glaubt. Dishers zweiter Hirschhausen-Roman ist mindestens so eindringlich und spannend wie der erste: lesen!

Unionsverlag
Hardcover: 336 S., ca. € 22,-


DAS IST DRIN
ein bemerkenswert
menschlicher Constable
im australischen Outback
authentisch, überraschend, packend