Jan Costin Wagner
Das Licht in einem dunklen Haus
Roman

Ein Mörder, dem man lieber über den Weg laufen würde als seinen Opfern? Ein Polizist, der die Finger davon lassen kann, die Identität seiner Geliebten zu ermitteln? Ausgeschaltete Lichter in einem Haus als Zeichen dafür, dass jemand da ist? Jan Costin Wagner stellt mal wieder die Welt auf den Kopf. Fast schon philosophisch. Und dabei spannend ohne Ende.

Eine Frau liegt im Krankenhaus im Koma. Durch das Abschalten der künstlichen Beatmung beschleunigt der Mörder ihren Tod. Die einzige Spur, die er im Krankenzimmer hinterlässt: Tränensekret auf der Bettdecke der Ermordeten. Der Ermittler Kimmo Joentaa tut sich zuerst schwer mit diesem Fall. Unter anderem, weil seine Frau vor wenigen Jahren auf eben der Station gestorben ist, auf der der Mord geschah. Aber auch, weil nicht nur der Mörder gefunden werden muss: Die Identität der Ermordeten ist ebenfalls unbekannt. Es ist nicht der einzige Mord in diesem Spätsommer, der die finnische Kriminalpolizei vor ein absolutes Rätsel stellt. Und Kimmo Joentaa wäre dem Serienmörder nie auf die Spur gekommen, wenn nicht kurz vor den Ermittlungen seine Freundin Larissa das Weite gesucht hätte, von der er nicht mehr weiß als diesen Künstlernamen und dass sie als Prostituierte arbeitet. Vom Herbst bis kurz nach Weihnachten braucht die Polizei, um die Identität des Mörders aufzudecken. Aber damit haben sie ihn noch lange nicht.

Es ist unglaublich, wie leichtfüßig dieser Autor die Welt aus den Angeln hebt, um sie umgekehrt wieder einzuhängen. Er führt damit nicht nur vor, wie anspruchsvoll ein Genre werden kann, wenn man es gegen den Strich schreibt. Er zeigt auch auf feine, diplomatische Weise, wie sehr wir in unseren Klischeevorstellungen verhaftet sind. Einfach genial.

Galiani
Hardcover: 318 Seiten, ca. € 19,99
E-Book: ca. € 9,99
Taschenbuch: ca. € 9,99
Hörbuch: Argon (Urlaubsaktion), ca. 14,95

 
DAS IST DRIN
ein Mörder, der weint
ein Ermittler mit einer namenlosen Geliebten
ein absoluter Pageturner